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D E R    A N T I C H R I S T

 

 

Satan oder Antichrist - Die Definitionen des Nichtigen - von Agnus D.  /  anno domini  2007

 

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Geschichtliches und Allgemeines

 

Der Satan in den Evangelien

 

Das Satansprinzip als Schöpfungsprinzip und Existenzialprinzip

 

Das Schicksal des Antichristen

 

Der Satan gegen Jesus Christus

  Das Nichtige in der Johannesoffenbarung

 

 

 

 

Geschichtliches und Allgemeines     ^

 

Satan ist ein altorientalischer Wortbegriff in der Bedeutung von Widersacher, Gegner und Verneiner. Seine Wurzeln reichen weit in die Mythologie der vorderasiatischen Völker hinein. Viele Lehren und Geschichten mit immer wieder noch anderen Benennungen ranken sich um diesen geheimnisvollen Widersacher, zu dessen destruktivem Wesen der Zerstörung insbesondere Tarnen und Täuschen gehört. Konstruktives über diese Gestalt wird nirgends beschrieben, welche deswegen allgemein auch als die Verkörperung des Bösen gilt. Das Böse wiederum definiert sich als eine konzentrische Ich-Bezogenheit mit Freude an Zerstörung und Vernichtung sowie mit Hass und Missgunst gegenüber allem, was sich seinem Machtbereich entzieht. Das Böse kann noch durch Krankhaftigkeit ins Absurde gesteigert werden, und gewinnt dadurch den Charakter des absolut Nichtigen, sozusagen als einer widerlichen Missgeburt. Von einer Vergegenständlichung des Bösen war es dann nur ein kleiner weiterer Schritt bis zur voll ausentwickelten Ausgeburt der Hölle, als eines Verantwortlichen für alles Übel der Welt schlechthin. 

Der Mensch war der Legende nach seit dem Paradies in der Genesis bei Moses und seinem dort sich ereigneten Sündenfall  mehr oder weniger dem Nichtigen hilflos ausgeliefert. Als Feind des Menschen wurde der Satan als das Böse in Person auch zum Feind Gottes, weil der gute Schöpfervater auch nach der Ursünde am Menschen festhielt, um ihn trotz dessen Sünde für sich zurückzugewinnen. Immer wenn eine mythische Gestalt nicht konkret fassbar und gegenständlich ist, indem sie den Naturgesetzen wie Zeit und Raum nicht unterworfen zu sein scheint, dann steht sie für ein abstraktes Prinzip der Natur. So waren die dem Menschen unverfügbaren Naturgewalten zu ansprechbaren Göttern erklärt worden, um ihnen über Opfergaben näher zu kommen und Einfluss auf sie zu gewinnen. Dass die Götter und Götzen blanker Unsinn sein müssen, und nicht funktionieren können, das ist jedem aufgeklärt modernen Menschen klar. Doch war es in der Antike schon ein kleiner Fortschritt, das Schadenbringende als das Böse zu klassifizieren, und in Satan oder dem Teufel zu personifizieren. So unberechenbar und böse wie sich das Schicksal in all seinen Schädigungsfacetten immer wieder aufs Neue zeigte, so abgrundtief hinterhältig und gemein war dann auch die personale Verkörperung dessen. 

Mit Erscheinen Jesu Christi auf der Weltbühne bekommt der mörderische Satan eine weitere Ausbildung. Da wird zum ersten mal der Satan zum Fürsten dieser Welt erklärt. Bisher dachten die Israeliten immer, dass wohl Gott der Herr, der verborgene Fürst dieser Welt sei, der alle Geschicke bestimmt und lenkt. Nun erfahren sie über Jesus, dass Satan die Welt regiert, indem sie ihm anscheinend vom Herrn überlassen sei. Jesus begründet dies damit, dass es für jeden sehr darauf ankomme, dem Bösen nicht zu widerstehen, weil Gewalt immer nur neue und Gegengewalt erzeuge. Das Böse sei etwas, welches nur durch Nachgeben zu überwinden sei. Dass diese Anweisung aber keine generelle Gültigkeit habe, das machte Jesus zum Beispiel anhand der gewaltsamen Tempelreinigung deutlich. Auch die von ihm erhobenen Anklagen gegen die religiöse Obrigkeit waren kein friedliches Dulden. Jesus hatte in den Heuchlern und Lügnern, Verhinderern und Verneinern ein klares Feindbild. War er doch deshalb von Gott zu Israel geschickt worden, um den Alten gescheiterten Gottesbund mit einem unfähigen Israel durch einen Neuen Bund mit der ganzen Welt zu ersetzen.

Wenn dies das Gesetz ist, dass wer Gewalt sät, auch Gewalt ernten wird, so war Jesus bewusst gewesen, was ihn nach der Tempelreinigungsgewalt erwartete. Es kam so gesehen durch Jesu gewolltes Zutun zu dessen Verurteilung mit der Kreuzigung. Satan ist demnach als Gewalt- und Zerstörungsprinzip unausweichlich immer auf allen Seiten zugleich wirksam vorhanden. Von daher wird deutlich, dass bei solch fortwährend gegebener Allpräsenz sich eine Weltherrschaft des Bösen feststellen lässt, die von der Herrschaft des Guten in Gott dem Herrn getrennt existiert. Gegenüber Pontius Pilatus stellte Jesus klar, dass er keine Macht über ihn hätte, wenn sie ihm nicht von oben her gegeben wäre. Mit oben meinte Jesus natürlich die absolute Herrschaft Gottes über das komplette Dasein. Daraus ergibt sich wiederum, dass die Regentschaft Satans über diese Welt eine nur im Einverständnis des Herrn gegebene ist. Warum das so ist, wird hier noch später behandelt.

Es macht Sinn Satan und Antichrist als begrifflich identisch zu betrachten, als zwei verschiedene Worte für inhaltlich ein und dasselbe. Das Wort "anti" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet auf Deutsch "gegen". Zu Lebzeiten Jesu gab es den Christen noch nicht, womit es auch noch nicht den Antichristen als Gegenchristen oder Christenfeind geben konnte, obwohl Jesus schon etliche Kritiker und Widersacher missmutig gegenüberstanden. Sie formierten sich vornehmlich aus den Kreisen der Pharisäer und Schriftgelehrten bzw. der religiösen Obrigkeit. Ihre nach der Bekanntschaft mit Jesus offen ausbrechende Feindschaft zu ihm, veranlasste wiederum Jesus sie im Gegenzug als von Satan gesteuert zu erkennen und zu beurteilen. Im Nachfolgenden befassen wir uns mit Satan bei Jesus anhand der entsprechenden Bibelverse.

 

 

 

 

Der Satan in den Evangelien     ^

 

Mit dem geschichtlichen Erscheinen des Jesus von Nazareth erhält der Begriff des Satan eine neue Qualität. Die Person des bösen Widersachers und Verneiners wird zum immerwährenden Weltregenten erklärt, solange die Welt in der gegenwärtig gegebenen Form besteht. Da diese destruktive Person aber keine konkret fassbare ist, handelt es sich bei ihr um eine universale Geisteshaltung. Grund und Merkmal dafür ist das Gescheitertsein an sich selbst. Das wiederum ein entsprechendes Verhaltensschema induziert nach der Devise: Zerstöre und verneine, so wie du mit deinem Versagen zerstört und verneint bist. Diesen sich selbst immer wieder aufs Neue fortsetzenden Teufelskreis kann man nur mit einem entgegengesetzten Verhalten durchbrechen, was sodann nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung nicht ohne die entsprechenden positiven Auswirkungen auf das eigene Schicksal bleibt.

Joh 12,31 Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt! Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden; Joh 14,30 Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und in mir hat er nichts. Joh 16,11 von Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.

Mt 4,10 Da spricht Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan! Denn es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!» Mt 12,26 Wenn nun ein Satan den andern austreibt, so ist er mit sich selbst uneins. Wie kann dann sein Reich bestehen? Mt 16,23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich weg von mir, Satan! Du bist mir zum Fallstrick; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich! Mk 1,13 Und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde vom Satan versucht; und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm. Mk 3,23 Da rief er sie zu sich und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann ein Satan den andern austreiben? Mk 3,26 Und wenn der Satan wider sich selbst auftritt und entzweit ist, so kann er nicht bestehen, sondern er nimmt ein Ende. Mk 4,15 Die am Wege, das sind die, bei denen das Wort gesät wird, und wenn sie es gehört haben, kommt alsbald der Satan und nimmt das Wort weg, das in ihre Herzen gesät worden ist. Mk 8,33 Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und schalt den Petrus und sprach: Weiche hinter mich, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich! Lk 4,8 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan! Denn es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.» Lk 10,18 Da sprach er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Lk 11,18 Wenn aber auch der Satan mit sich selbst uneins ist, wie kann sein Reich bestehen? Ihr saget ja, ich treibe die Dämonen durch Beelzebul aus. Lk 13,16 Diese aber, eine Tochter Abrahams, die der Satan, siehe, schon achtzehn Jahre gebunden hielt, sollte nicht von diesem Bande gelöst werden am Sabbattag? Lk 22,3 Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Ischariot, der aus der Zahl der Zwölf war. Lk 22,31 Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen; Joh 13,27 Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald!

Das Ein- und Ausfahren ist ein wichtiges Merkmal existenzialer Aktivität. Dabei handelt es sich um Dimensionen des Seins, von denen es maximal vier wie beim Herrn gibt. Von Natur aus bekommt jeder Mensch bei seiner Geburt eine Selbstdimension, die in seiner Seele vergegenständlicht ist.  Das Einfahren des Satans in Judas Ischariot ist das Wegfahren oder auch Verschrumpfen seiner einen Selbstdimension als Seelenverlust zu einer konkreten existenzialen Erniedrigung, womit sich die Satan kennzeichnende Dimensionslosigkeit einstellt. Ein solcher Vorgang verändert die Person des Betreffenden von einem Moment auf den anderen, zu einer anderen geistlich degradierten Personalität. Merkmal eines solch quasi degradierten Charakters ist eine fast immer nur von Trieben und Instinkten gesteuerte Geisteshaltung der Egozentrik und des uneingeschränkt rücksichtslosen Egoismus. Alles was da nicht dem eigenen Vorteil und der Selbsterhebbarkeit dient, unterfällt der Verneinung und Verhinderung, was wir als Satanie kennen und verurteilen. Als der Menschensohn hatte Jesus die Vollmacht des Herrn zu bewirken, was für die Erfüllung des göttlichen Planes erforderlich war, der für Jesus die Hinrichtung am Kreuz vorsah. Indem Judas als treuer Anhänger Jesu der planerfüllenden Selbstopferung Jesu wie alle anderen Jünger auch entsetzt ablehnend gegenüber stand, hatte Jesus keine andere Wahl, als Judas die Seele zu entziehen, um ihn damit gefügig zu machen. Im existenzialen Status Satans hatte Judas augenblicklich keinerlei Hemmungen mehr, den Willen von Vater und Sohn durch Übergabe Jesu an die israelische Kirche auszuführen. Satan ist demzufolge ein dem Herrn zur Verfügung stehendes Werkzeug seine Vorhaben Wirklichkeit werden zu lassen. Seelenlos uneingeschränkt selbstsüchtig zu sein, ist aber das Gegenteil der göttlichen Tugend der uneingeschränkten Selbstlosigkeit, so dass sich hier mit den charakterlichen Gegensätzen eine Ambivalenz Gottes feststellen lässt, der ja als Universum in Person damit absolut alles auf sich vereint.

Das Gegenteil des einziehenden Verschrumpfens oder auch Verschwindens ist das ausfahrende Ausdehnen, als ein dimensionaler Zugewinn wie bei der Taufe Jesu am Jordan; im Bild einer herabschwebenden Taube symbolisiert. Was da äußerlich von oben auf einen herunter zu kommen scheint, das ist die innerliche Ausdehnung in die nächste Selbstdimension als die direkte Folge einer opfernden Selbsterniedrigung. Denn wer sich an das Universum opfernd hingibt, der erhöht das All, in welchem er sich befindet, so dass er mit dem erhöhten All zugleich miterhöht ist. Der umgekehrte satanische Fall ist die rücksichtlose Selbstsucht bildlich quasi als krampfhaftes Festhalten an der Seele, die unentwegt hungrig so ständiger Speisung und Sättigung zu bedürfen scheint. Die Überhebung des eigenen Ichs gegenüber der universalen Umwelt ergibt eine konkrete Absetzbewegung vom All, was so das All als die Einheit von allem erniedrigt. Es ist die Unabsetzbarkeit vom All und dessen Unauflöslichkeit als absolute Einheit des Seins, wo man als als integraler Bestandteil in einer Trennung zwischen sich und dem Rest des Universums auf diese Weise das Universum erniedrigt und sich selbst schädigt. Der Zugewinn einer weiteren erhöhenden Selbstdimension ist ergo nur durch Weggabe des kompletten dimensionalen Bestandes zu erreichen, während man für den Schaden an der Seele - auch als Seelenverlust bekannt - lediglich bis an sein Lebensende seinen Selbstsüchten nachzugehen braucht. Jesus hatte sich am Fluss Jordan dem Bußtäufer Johannes in Selbsterniedrigung unterworfen, und damit eben auch zugleich dem All, wodurch das All umgehend mit einer Erhöhung Jesu reagierte, bzw. Jesus eine weitere Selbstdimension zu der bereits bestehenden hinzubekam. Die anschließende 40-tägige Erprobung Jesu in der Wüste durch den Satan, zeigt sehr anschaulich, dass hier Satan als die andere Seite von einem selbst für die enorme Versuchung steht, den mit dem dimensionalen Zugewinn auch entsprechend erfolgten Machtgewinn für Selbstzwecke einzusetzen. Mit der Entscheidung seinen Selbst- und Machtgewinn ausschließlich in den Dienst am universalen Dasein zu stellen, erhielt Jesus in dieser weiteren Selbsterniedrigung reaktiv seine dritte Selbstdimension. Bei Dreidimensionalität ist jedoch bereits schon eine auf die Zeit und den Ort begrenzte Vergegenständlichung des Alls gegeben, was Jesus zum vom vierdimensional allumfassenden Herrn und Vater bevollmächtigten Menschensohn erhob, mit der Macht über Leben und Tod, einschließlich ihn selbst betreffend. 

Joh 10,15 gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Joh 10,16 Und ich habe noch andere Schafe, welche nicht aus diesem Stalle sind; auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirt werden. Joh 10,17 Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich es wieder nehme. Joh 10,18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen. Lk 22,53 Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr die Hand nicht gegen mich ausgestreckt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. 

Die Macht der Finsternis, das ist die Macht, die Jesus der Finsternis kraft seiner Macht einräumt, um den Auftrag des Vaters zu erfüllen. Sein Leben für eine Sache weg zu geben ist freiwillige Selbstopferung. Und die anschließende Wiederauferstehung aus dem Tod zu neuem Leben ist der ultimative Machterweis und unumstößliche Beglaubigung mit der Person des allmächtigen Herrn deckungsgleich zu sein. Der Machtbereich des Satan ist die Zeit, in welcher das Schöpfungsgericht stattfindet, und damit der komplette Schöpfungskreis für die Dauer seiner Entstehung. Da es beim Schöpfungsgericht um die Errichtung des Nichts geht, das zur Abgrenzung des Seins vom Nichts benötigt wird, wofür sich das Dasein selbst zum Nichts zu verwerfen hat, ist klar, dass Satan als das vom Herrn erschaffene Nichts nur eine zeitlich befristete Existenz besitzt, nach deren Errichtung das Nichts zum Nichts verschwindend sodann in das ewige Sein zu dessen binärem Bestandteil integriert sein wird. Denn ohne Polarität zu einer Binarität des Plus und Minus ist keine Welt eines seingemäßen Daseins möglich, wie das Beispiel der EDV mit Strom "an" oder "aus" als binärer Code der 1 und 0, sehr anschaulich belegt.

Das Nichtige ist also das, was bei vollzogenem Nichts zum Nichtsein verschwunden sein wird. Es stellt gegenüber dem lichten Sein das lichtlos finstere Nichtsein dar. Es hat ergo keine eigene Wahrnehmung von Sein, wohl aber von seinem Nichtsein zu einem dadurch widerlich paradoxen Sein. Es ist deshalb darauf aus, sich echtes fremdes Sein für eigenes Sein anzueignen. Von daher kommt das Bild des auf die Seelen der Menschen erpichten Teufels. Denn nur im Menschen und seiner Seele als Verkörperung des kompletten Lebenslaufes gibt es eine theoretische Möglichkeit sein Nichtsein in Sein zu wandeln. Doch funktioniert das prinzipiell nur solange, bis sich dabei die menschliche Seele aufgebraucht hat. Denn als Verkörperung des Lebenslaufes ist sie trotz ihrer grundsätzlichen Unsterblichkeit auf den raumzeitlichen Lebenslauf des Menschen begrenzt. Mit dem Tod des Menschen als Lebensende und einem durch das effektive Nichtsein Satans ruinierten Lebenslauf, hat sich die Seele dem Satan als Verkörperung des Nichts zur Deckungsgleichheit angeglichen. Erst hatte also der Mensch seine Seele verloren, und danach die Seele ihr Sein. Bei der grundsätzlichen Unsterblichkeit der Seele als tatsächlich stattgefundener Lebenslauf ist dann ihr Sein im Nichts des aus Nichts und Sein binär bestehenden Sein aufgegangen. Die Hölle ist hier das menschliche Bewusstsein, für das Sein des nur in Binarität möglichen Seins das bestandsnotwendig polare Nichts zu sein. Im Sein zu sein, ohne als nur bestandteiliges Nichts am Dasein teilhaben zu können, dass ist die ewige Verdammnis des nichtig toten Satans. Seine Lebendigkeit beschränkt sich ausschließlich auf das Schöpfungsgericht als Errichtung des bestandsnotwendig zwingend erforderlichen Nichts. Das Nichts muss als unverzichtbarer Gegensatz zum Sein existieren, damit das sonst in seiner Allumfassung ohne Gegensatz ins Nichts gestellte Sein nicht selbst in Nichts gehülltes nichtiges Sein ist.

Aus dieser naturgesetzlichen Ursituation des Daseins bezieht das Nichtige seine Existenz und Berechtigung vor Gott und der Welt. In seinem Urmoment bewusster Selbstwahrnehmung ist das universale Sein in die fürchterliche Urwahl einer Urentscheidung gestellt, entweder ohne eine Selbstabstoßung zum Nichtsein damit ungegenständliches Nichts zu sein, oder aber in einer Selbstabstoßung zum Nichtsein ein zu ihm gegenteiliges Nichts zu errichten, das ihm dann am Schluss eine Binarität des getrennten Nichts und Seins beschert, womit das so gegenständlich gewordene Sein auf Ewigkeit begründet, gesichert und vollendet ist. Genau das ist der programmatische Hintergrund der Genesis bei Moses, mit Adam und Eva als dem neu geschaffenen Menschenpaar, sowie dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, und dem Baum des Lebens. Nicht von ungefähr stehen die Bäume in der Mitte des Paradieses. Sie bilden die zentrale Schnittstelle für die systemisch unausweichliche Urwahl mit der Urentscheidung zur Urscheidung des Nichts vom Sein durch die Errichtung des Nichts im Wege der Selbstabstoßung in das Nichts zum so errichteten Nichts. Dass Satan in der Schöpfungsgeschichte als sprechende Schlange verbildlicht wird, hat seinen tieferen Grund im tödlichen Biss einer Giftschlange und dem Bild Gottes, der davor warnte, die Frucht des Baumes der Erkenntnis des Guten und des Bösen nicht einmal anzurühren. Den Tod darf man nicht anrühren, ohne von ihm sogleich erfasst worden zu sein. Die Frucht ist ein sehr treffendes Symbol für die Allvereinheitlichung des Menschen. Wo es einem mit Jesus Christus verbundenen Menschen gelingt zum ganzheitlich aus Mann und Frau bestehenden Vollmenschen zu werden, da ist der universale Schöpfungskreis an seine überzeitliche Schnittstelle des Anfangs und Endes gelangt. Da bewirkt die Allvereinheitlichung zu einer neuen Welt den ungegenständlich machenden Uranfang allen Seins. Und die Ungegenständlichkeit stellt das neue Universum wiederum an die Schwelle zum satanisch nichtigen Nichts, wo eben zur Abgrenzung von ihm im Rahmen des paradiesischen Urszenarios Satans die urscheidende Selbstverwerfung des neuen Seins zum Nichtsein zu erfolgen hat.

Dass das alles Jesus sehr bewusst gewesen sein muss, das erkennen wir an seinen Ausführungen zum Fürsten dieser Welt. Ihm war ergo klar, dass die Urscheidung als Schöpfungsgericht - und damit Satan - die zwingend erforderliche Voraussetzung in einem in sich selbst geschlossenen universalen System sein muss, ohne die es das ganze System nicht geben könnte. Er wusste: Ohne Zeit keine Ewigkeit, ohne Gericht keine Gerichtetheit, ohne Schöpfung keine Geschöpftheit, oder zusammengefasst: ohne zeitvergänglichen Vollzug keine ewig unvergängliche Vollzogenheit. Es ist die ungegenständlich machende Allumfassung des Seins zu einer Totalsingularität, die kein Gegenteil haben kann, und die so ohne "Gegen-Stand" ungegenständlich machend uranfänglich in die Konfrontation mit dem Nichts führen muss. Mit dem Ende der Zeit endet zugleich Satan, und Gott der Herr tritt seine Herrschaft über die komplett mit dem Nichts zusammen parallel entstandene unvergängliche Welt des Daseins an. 

 

 

 

 

Das Satansprinzip als Schöpfungsprinzip oder Existenzialprinzip     ^

 

Es ist ein von alters her weit verbreiteter Irrtum anzunehmen, dass der Satan eine vom Herrn unabhängig wirken könnende Macht sei. Im AT stellt der Herr an mehreren Stellen klar, dass er der absolute Herr des allumfassenden Daseins ist, außer dem nichts anderes mehr sei. Gerade mit seinem Namen "HERR" bringt er unmissverständlich zum Ausdruck, dass seine Herrschaft eine ohne jede Einschränkung absolute ist. Er, und nur er allein regiert das Dasein einschließlich des darin mitumfassten Nichtsein zur Binarität des Seins einer dadurch in Gegenständlichkeit existieren könnenden dinglichen Welt. 

5Mo 32,39 Sehet nun, dass Ich, Ich allein es bin und kein Gott neben mir ist. Ich kann töten und lebendig machen, ich kann zerschlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand erretten! Jes 43,13 Auch fernerhin bin ich derselbe, und niemand kann aus meiner Hand erretten. Ich wirke, wer will es abwenden? Pred 11,5 Gleichwie du nicht weißt, welches der Weg des Windes ist, noch wie die Gebeine im Mutterleib bereitet werden, also kennst du auch das Werk Gottes nicht, der alles wirkt. Joh 5,17 Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke auch. Joh 19,11 Jesus antwortete: Du hättest gar keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben herab gegeben wäre; darum hat der, welcher mich dir überantwortet hat, größere Schuld! Joh 12,31 Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt! Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden;

Deutlicher als wie mit diesen Bibelversen lässt sich die Allmacht Gottes nicht mehr dokumentieren. Auch, dass er in seiner totalen Singularität der absolut alles Bewirkende ist, weil er - wie könnte es wohl anders sein - das universale Dasein in Person ist. Nur deswegen ist er ja auch der Lebendige von Ewigkeit zu Ewigkeit, mit dem durch seine Allmacht in sein absolutes Dasein integrierte Nichts und Nichtsein. Indem es durch die Allumfassung des Seins nur diese Totalsingularität gibt, muss der Herr alles Sein in sich selbst aus sich selbst heraus zur Erscheinung bringen. Eine Alternative dazu gibt es nicht, und kann es von den Denkgesetzen her auch nicht geben. Zur Allumfassung gibt es kein Gegenteil und dadurch keinen "Gegen-Stand" für Gegenständlichkeit, so dass der Herr als das Universum in Person uranfänglich in sich selbst einen "Ur-Gegen-Stand" herzustellen, und mit absoluter Gewalt gegen sich selbst durchzusetzen hat. Wir kennen inzwischen diesen Vorgang sehr gut als Urknall mit Evolution, dem wir unser aller Dasein verdanken. Nur hier in diesem nullpunktuellen Uranfang einer alles zum Totpunkt erstickenden Allumfassung, wird das Satansprinzip zum seinsnotwendigen Schöpfungs- und Existenzialprinzip. Denn wie sollte sonst ein an seiner ungegenständlich und bewegungslos machenden Allumfassung zu erlöschen drohendes Dasein sich retten können, wenn nicht mit einer absoluten Selbstverwerfung mittels eines hierbei aus sich heraus geschöpften Feindbildes als Urmotiv für solche Tat? Der Satan wird damit zur uranfänglich seinsnotwendigen Motivschöpfung Gottes, ohne die das Urdasein keinerlei Veranlassung besäße sich gegen sich selbst zu erheben sowie zum Nichtsein zu verwerfen. Verworfen und vernichtet ist aber damit nicht das Sein, sondern lediglich die in seiner alles erstarren lassenden und ungegenständlich machenden Allumfassung steckende tödliche Selbstbedrohung mit dem Namen "Satan". Von daher erfolgt von Ewigkeit zu Ewigkeit die weltgrundlegende Selbstverwerfung mit der Wortformel "Satan weiche" und der Hand- und Armausstreckung als die Urscheidung des Jüngsten Tages.

Jetzt können wir auch verstehen und nachvollziehen, warum der Herr der ewig allmächtige HERR ist. Weil er eben die tödliche Selbstbedrohung in sich selbst zu Satan benannt und in seiner urknallenden Selbstverwerfung bei sich selbst gemeistert hat, was ohne entsprechendes Satansprinzip nicht möglich gewesen wäre. Dass es sich hierbei um keine religiöse Fiktion, sondern um die nackte Wahrheit und Wirklichkeit handelt, das vermittelt uns ganz unfreiwillig die Astrophysik mit ihren modernen kosmologischen Erkenntnissen der Planck-Ära, als den Planck-Größen, die das uranfängliche Energiebündel nach Dichte, Schwere, Temperatur und Ausdehnung definieren. Unter den Kosmologen ist man sich einig, dass der energetische Urzustand des Universums durch vollkommene Symmetrie gekennzeichnet war. Das bedeutet absolute systemische Gleichheit ohne den geringsten Unterschied mit einem dadurch gegebenen Nullwert zum Nichts. Der Wortbegriff  "Existenz" kommt aus dem Lateinischen und übersetzt sich ins Deutsche als Herausragung. Wo nichts herausragt, wo kein Unterschied ist, wo alles gleich ist, da gibt es keinen "Gegen-Stand", so dass effektiv nichts ist, und sei auch das Universum selbst. Dies ist der Zustand des Alls in seinem Uranfang, hergestellt durch sein Ende. Das heißt, indem es einem endzeitlichen Menschen gelingt kraft seines Geistes und seines Glaubens das Universum zu beider Deckungsgleichheit zu spiegeln und in seiner Person zu vereinheitlichen, da findet in Folge der hierdurch eintretenden Allumfassung die tödliche Selbstbedrohung als Satan statt, und zwingt ihn mit seiner Abweisung in die weltgrundlegende Urscheidung. Das ist der überzeitlich kosmische Moment, wo der Mensch zum Herrn und Gott seiner er selbst seienden Welt wird, außer der es nach Vollendung keine andere als nur diese seine geben wird. Denn das Universum ist in seiner Allumfassung unteilbar. Das ist dann die offene apokalyptische Machtergreifung Gottes auf Erden, und bewirkt so das Ende von Zeit und Satan, sowie in Umkehrung dessen den Eintritt der Ewigkeit des Herrn.

 

 

 

 

Das Schicksal des Antichristen     ^

 

Wen kümmert denn das Schicksal des Antichristen, außer ihm selbst? Doch ist mit dem Schicksal des Antichristen menschliches Schicksal verbunden, als es ja den Antichristen stets nur als menschlichen Gegner zum Christen geben kann. Ist ein Mensch etwa dann schon Antichrist, wenn er kein Christ oder aber Atheist ist?  Natürlich nicht. Denn für den Antichristen bedarf es einer Geisteshaltung, die über das Normalmaß einer bloßen Ablehnung weit hinaus geht. Die Geburtsstunde des Antichristen dürfte direkt nach dem einstigen Pfingstereignis anzusiedeln sein, als sich kurze Zeit später die erste christliche Urgemeinde bildete. Der früheste nachweisliche Antichrist der Geschichte war Saulus, bevor er sich durch einen quasi psychospirituellen Eingriff des Herrn binnen weniger Tage um 180 Grad drehend zum Paulus wandelte. Saulus vereinigte alle Merkmale des Antichristen auf sich, die da sind der blinde Hass auf alles Christliche, gepaart mit einem unbändigen Verfolgungs- und Vernichtungswillen gegenüber den Anhängern Christi, als eben den späteren Christen. Das weitere Schicksal des Paulus als Apostel Christi ist allen Bibelkundigen sehr wohl bekannt. Aus Paulus wurde so die nach Jesus wohl wichtigste Figur im Christentum. Die Erblindung des Saulus auf dem Weg nach Damaskus ist ein reales Symbol des Herrn für die Blindheit eines jeden Antichristen. Am Beispiel des Saulus zu Paulus wird deutlich, dass sich der Antichrist in der Hand Gottes befindet, und vom Herrn je nachdem - so oder so - zielgerichtet eingesetzt werden kann. Doch ist die Einflussnahme des Herrn auf den Verlauf der Geschichte generell auf ein absolutes Minimum beschränkt. Die vom Wort gesteuerte Selbstorganisation der Weltevolution leistet da bereits so gut wie 100 Prozent.

Weitere bekannte Antichristen nach Saulus sind der berühmt-berüchtigte römische Kaiser Nero, und alle nach ihm gekommenen römischen Imperatoren mit ihrer Verfolgung der römisch-christlichen Gemeinde, bis dann schließlich im vierten Jahrhundert mit Kaiser Konstantin das römische Reich geschlossen zum christlichen Glauben konvertierte. Das eigentliche Schicksal des Antichristen ist jedoch ein sehr persönliches. Denn wenn der Herr als Universum in Person die ewige Wahrheit und Wirklichkeit ist, dann entzieht sich der Antichrist in seiner dogmatischen Opposition zu Jesus Christus seine Existenzgrundlage, und gibt sich dem Nichts zum Nichtsein preis, ohne dass es da irgendeiner Einflussnahme und Verurteilung von außen bedarf. Antichristentum ist fundamentale Selbstschädigung von Seele und Person, durch Entkoppelung von eben demjenigen, der das All in Person ist, und in dessen allumfassende Existenz naturgemäß die je eigene zentral ein- und ausmündet. Wenn also der Antichrist rational wäre, und sich selbst unter Kontrolle hätte, dann gäbe es ihn nicht. Seine Triebfeder ist darum unkontrollierte Emotionalität bis zum Exzess, wie sie bei den Satanisten scheinbar rational ritualisiert zur Anwendung kommt. Da Evolution kein billiges Schlagwort ist, sondern unumstößliches Naturgesetz, dem alles in ihr Entstehende unterworfen sein muss, markiert der Satanist und Antichrist den Anfang des Menschen auf seinem Weg zur Selbsteinholung Gottes in eben diesem Menschen. Denn der bestialische Anfang hat - wie man an der biologischen Evolution sehr schön zeigen kann - in Jesus Christus sein menschliches Ende. Antichristentum ist von daher bloße Anfangsphase in der je persönlichen Evolution vom Tier zum Menschen, und vom Menschen zu Gott. Damit zeigt sich das Schicksal des Antichristen als eine zu Vergänglichkeit und Tod bestimmte zeitweltliche Übergangsphase der je individuellen Menschwerdung. Denn der Herr ist Mensch und entstammt dieser satanischen Zeitwelt mit ihren zum Naturgesetz gegebenen Evolutionsbedingungen. Indem der Herr das komplette All verkörpert, wird von ihm ein in Evolution entstandenes Universum vergegenständlicht, worin auch die je individuelle Evolution vom Antichristen zum Christen enthalten sein muss. Und auch der Antichrist weiß sehr genau: In der Zeit bleibt nichts so wie es ist. Wenn sich da eines niemals ändert, dann ist es die Veränderung, ihn mit eingeschlossen!

Es ist das Wesen der satanischen Zeit zu aller Vergänglichkeit und Tod, was den Antichristen nicht Antichrist bleiben lässt. Indem die Weltevolution durch das Wort des Herrn zu seiner Wiedereinholung als Ende der Zeit in eben dieser überzeitlichen Selbstschnittstelle ihr programmatisches Ziel besitzt, ist absolut alles zur Vorherbestimmtheit von allem dem zielgerichteten Ablauf von Anfang bis Ende unterworfen. Da ist es alsdann das unausweichliche Schicksal eines jeden Antichristen und Satanisten, dass er das nicht bleiben kann, sondern sich zu eben dem von ihm so gehassten und verachteten Christen umwandeln muss. "Metanoia" ist hier das Stichwort für eine Neuwerdung zu einem neuen Menschen in Christus, die dem Neugewordenen eine Teilhabe an der Person Gottes beschert. Das Antichristentum entpuppt sich hierbei zu einer bloßen Geisteshaltung, welche mit der eintreffenden Einleuchtung Gottes im Geist des Betroffenen augenblicklich ihren Bestand verliert. Das Beispiel des Saulus zum Paulus ist absolut typisch für das, was mit der Person geschieht, die vom Anruf des Herrn erreicht wird. Und dass ein jeder früher oder später unverhofft vom Anruf des Herrn erfasst wird, ist unausweichliches Naturgesetz. Denn er gehört ja dem Universum an, das vom Herrn komplett verkörpert wird. Wenn der Herr uranfänglich seine aufrüttelnde Anklage zum Satan an sich selbst richtet, und sich sodann urknallend selbst verwirft, so hat absolut alles zur Wahrnehmung Befähigte den Anruf gehört, und ist in die Selbstverwerfung des Herrn mit hinein genommen, an deren Ende sich der Herr kreisschließend wieder zu sich selbst als das All in Person eingeholt haben wird. In ein und dem selben Individuum ist dann dabei der alte Antichrist für das Nichts zum Nichtsein vergangen, sowie der neue Christ für das Sein zum Dasein auferstanden. Dies ist das unabänderliche Schicksal eines jeden Satanisten und Antichristen von Ewigkeit zu Ewigkeit.

 

 

 

 

Der Satan gegen Jesus Christus     ^

 

Lk 10,19 Siehe, ich habe euch Vollmacht verliehen, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen. Lk 10,18 Da sprach er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. 

Indem Satan ein Feindbild ist, welches von Gott dem Herrn als ein Selbstmotiv zur uranfänglich seinsnotwendigen Selbstunterscheidung geschöpft wurde, ist seine Anwendung auch nicht an an einer bestimmten Person festgemacht. Sondern die Benennung zum Satan erfolgt immer nur situationsbezogen für eine in der jeweiligen Situation sich dem Herrn entgegenstellende Hinderung oder gar Bedrohung. Das zeigt uns sehr deutlich das Verhalten Jesu, der stets nach dem Willen Gottes forschte, da er sich ja in der Wüste bei seiner Versuchung durch den Satan dem Willen des Herrn vollständig untergeordnet hatte. 

Mk 1,13 Und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde vom Satan versucht; und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm. Mt 4,10 Da spricht Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan! Denn es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!» Lk 4,8 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan! Denn es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.»

Den Willen Gottes entgegen zu nehmen, und sich ihn zu eigen zu machen, das bedeutete, ihn beständig aus dem Tagesgeschehen herauszufiltern durch einen Abgleich mit dem, was er bei sich als seine göttliche Mission erkannt hatte. Alles was sich da seiner Gottesmission in Menschengestalt oder auch in sachlichen Umständen entgegenstellte, wurde dementsprechend als Satan identifiziert, und von ihm schroff abgewiesen, bzw. in seine Schranken verwiesen.

Mt 16,23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich weg von mir, Satan! Du bist mir zum Fallstrick; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich! Mk 8,33 Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und schalt den Petrus und sprach: Weiche hinter mich, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!

Die nachfolgenden Verse geben einem die Kenntnis von den Urgegensätzen in Gott, wonach die Pole von Gut und Böse bzw. Sein und Nichtsein eine jeweils unaufbrechbare Einheit bilden. Das Sein und das Nichts kann man nicht vernichten, sondern die Gegensätze bedingen ja einander zu einem Verbund von so "gegen-ständlich" seingemäßem Dasein. Auf diese Weise hält und erhält das Nichts systemischen Anteil am Dasein, und wird ausschließlich in seiner Verselbständigung zum ansprechbaren Satan, der im Uranfang bei der Urwahl des Seins, vom Dasein selbst Besitz ergreifen will, um damit das Sein zu eben seinem Nichtsein zu verkehren. Indem Satan als bestandteiliges Nichts und Mitträger am binären Sein-System vom Sein nicht vernichtet werden kann, gibt es als Abwehrmaßnahme immer nur dessen Abweisung als Verweisung an seinen Platz des Nichts. Doch da das Nichts naturgemäß in sich geschlossen ist, kann Nichts nicht gegen sich selbst stehen, sondern immer nur in binärer Ur-Polarität das Sein gegen das Nichts, sowie auch umgekehrt das Nichts gegen das Sein. 

Mt 12,26 Wenn nun ein Satan den andern austreibt, so ist er mit sich selbst uneins. Wie kann dann sein Reich bestehen? Mk 3,23 Da rief er sie zu sich und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann ein Satan den andern austreiben? Mk 3,26 Und wenn der Satan wider sich selbst auftritt und entzweit ist, so kann er nicht bestehen, sondern er nimmt ein Ende. Lk 11,18 Wenn aber auch der Satan mit sich selbst uneins ist, wie kann sein Reich bestehen? Ihr saget ja, ich treibe die Dämonen durch Beelzebub aus.

Für die geistige Verarbeitung und Bewältigung der abstrakten Urpolarität des Nichts und Seins war die altisraelische Kommune zur Zeit Jesu noch nicht reif gewesen, so dass Jesus im Konkreten bleiben musste. Seinen Zuhörern sollte aber bei diesem Vortrag klar geworden sein, dass die Spaltung eines grundsätzlich unaufbrechbaren Pols nicht geht, weswegen die Idee: "Satan gegen Satan", schlechthin dümmlich ist. Mit eben dieser unsinnigen Annahme wird Jesus auf eine Stufe mit Satan gestellt, wenn nicht gar als identisch mit ihm gesehen. Und das wiederum ist satanisch.

Mk 4,15 Die am Wege, das sind die, bei denen das Wort gesät wird, und wenn sie es gehört haben, kommt alsbald der Satan und nimmt das Wort weg, welches in ihre Herzen gesät worden ist. Lk 13,16 Diese aber, eine Tochter Abrahams, die der Satan, siehe, schon achtzehn Jahre gebunden hielt, sollte nicht von diesem Bande gelöst werden am Sabbattag? Lk 22,31 Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen;

Als eine spezifisch egomanisch kranke Geisteshaltung von Menschen gegen andere Menschen ist Satan die treffende Bezeichnung für verhinderndes und verneinendes Ansinnen und Tun. Dass Menschen bei Gott Erfolg haben können, und ihn in sich selbst zu finden vermögen, das bereitet denjenigen stets die größten Probleme, welche wegen ihren leidenschaftlichen Selbstsüchten keine Chance haben derartiges bei sich selbst zu verwirklichen. Dann soll und darf es nach deren Gesinnung keine Gottes- und Wahrheitsfinder geben, denen darum das Erzeugnis ihres Herzens durch List und Tücke einfach weggenommen und durch vernichtendes Auffressen einverleibt werden soll.

Joh 13,26 Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot. Lk 22,3 Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Ischariot, der aus der Zahl der Zwölf war.  Joh 13,27 Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald!

Einerseits hat Jesus den Satan zum intimen persönlichen Feind, der von Jesus für alle auftretenden Widerstände bei seiner Sendung und Botschaft verantwortlich gemacht wird. Doch auch darin erkennt Jesus den Willen des Vaters, der offensichtlich alles andere tut, als Jesus den Weg zu ebnen. Als Jesus in der Wüste von Satan versucht worden war, da bestand die Verlockung in einem Leben ohne Widerstände sowie großem materiellen und gesellschaftlichen Erfolg. Und auf eben den hatte ja Jesus als Selbstopferung zugunsten einer steinigen und leidvollen Mission Gottes verzichtet. Dennoch besitzt er in der Vertretung und Vollmacht des Herrn auch die Macht über den von Gott dem Herrn verworfenen und beherrschten Satan. Aber er muss Satan walten lassen, weil die Zeit der Weltwerdung von Anfang bis Ende in Form der Errichtung des Nichts als Abgrenzung des Seins vom Nichts damit naturgesetzlich als Satan dem Satan gehört. Was Jesus aber dabei nicht verwehrt ist, das ist, bei Möglichkeit Satan für seine eigenes Missionsziel einzusetzen, aufgrund der ihm verliehenen Vollmacht Gottes. Dies trug sich zu, als es darum ging, sich der israelischen Kirche sowie auch im Weiteren den römischen Besatzern auszuliefern, damit die seinen zielgemäßen Opfertod vollziehen würden. Für seine Übergabe an diese Obrigkeit wählte er seinen engsten Vertauten bzw. den Judas aus. Damit der aber dazu überhaupt in der Lage wäre das zu tun, erfolgte von Jesus quasi eine Übergabe des Judas an Satan. Nach der Einfahrung des Satan in Judas, hatte sodann in Judas nicht mehr Judas sondern der Satan das Kommando, so dass ergo Jesus mit "Was du tun willst, das tue bald!" sein Wort nicht mehr an den Judas selbst sondern an den Satan in Judas richtet.

Jesus und Satan, die innergöttlichen Gegensätze, ziehen hier offenbar an einem Strang, allerdings bei polaritätsgemäß ganz gegensätzlichen Interessen und diametral entgegengesetzter Motivation. Dennoch dient das gemeinsam erzielte Ergebnis ausschließlich dem Willen des transzendenten Herrn für seine endzeitliche Selbsteinholung im überzeitlichen Schnittpunkt von Anfang und Ende des Schöpfungskreises.

 

 

 

 

Das Nichtige in der Johannesoffenbarung     ^

 

Vom Satan ist in der Johannesoffenbarung kaum die Rede. Das braucht einen nicht zu wundern, da die sogenannte Apkalypse (griech. Enthüllung) die Zeichen der Endzeit beschreibt. Denn, wenn Satan ein Synonym für jene alles dahinraffende tödlich vergängliche Zeit ist, dann steht jetzt Satan kurz vor seinem Aus. Dann hat er die längste Zeit seine eben ausschließlich auf die Zeit befristete Existenz gehabt. Danach bleibt ihm nur das Nichtsein als Nichts in der universalen Binarität ewigen gegenständlichen Seins bei Gott dem Herrn. Nur solange seit Weltgrundlegung per Urknall und Evolution als Errichtung des Nichts eine Welt aufgebaut wurde, solange konnte wegen der Unterlegung des Nichts mit Sein das Nichts eine dem Sein entliehene verkehrte Existenz haben. Denn wir erinnern uns, dass sich das Sein selbst zum Nichtsein abstoßend verworfen hat, um damit ein reales zu ihm gegenteiliges Nichts zu schaffen, weil nun einmal seingemäß "gegen-ständliches" Sein nicht anders als mit Polarität zu machen ist. Ohne ein zu ihm gegenteiliges polares Nichts wäre dann paradoxerweise das Dasein selbst eine rein virtuelle Ungegenständlichkeit mit einem Nullwert zu ewig totem Nichts, und sei auch in unvorstellbaren Unendlichkeitsausmaßen. Die Vollendung des universalen Daseins liegt schematisch in der vollumfänglichen Fertigstellung der Binarität zu einer dadurch seingemäß gegenständlichen Existenz in einer in jeder Hinsicht auf Unendlichkeit ausgelegten lebendigen Welt der Dinge und Wahrnehmungen für ungetrübt pure Lebensfreude in Ewigkeit für jeden und alles zu seiner Zeit an seinem Ort.

Die folgenden Verse befassen sich mit der Standhaftigkeit der Wahrhaftigen, die sich nicht kaufen ließen, und der Stimme ihres Herzens gefolgt waren. Es wird darauf abgehoben, dass der Schöpfungskreis (hier Erdkreis genannt) der Machtbereich Satans ist. Wobei zum einen die Zeit an sich, der Raum ist, in welchem der mit der Zeit identische Satan zugleich losgelassen, als auch umgekehrt quasi gefesselt und gebunden ist. 

Offb 2,13 Ich weiß, was du tust und wo du wohnst, da wo der Thron des Satans ist, und dass du festhältst an meinem Namen und den Glauben an mich nicht verleugnet hast, auch in den Tagen, in welchen Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet wurde, da wo der Satan wohnt. Offb 12,9 So wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen. Offb 20,2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche der Teufel und Satan ist, und band ihn auf tausend Jahre. Offb 20,7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden,

Endet die Zeit bei Vollendetheit des Schöpfungskreises, so endet damit auch Satan. Geschöpft und vollendet ist mit dem Schöpfungskreis das zum Sein gegenteilige Nichts. Während für die gesamte Dauer des Schöpfungsvollzugs das hierbei geschöpfte Nichts der Zeit das entsprechend nichtige satanische Wesen verlieh, kehrt sich das Wesen bei Vollzogenheit des Schöpfungskreises in das hohe Wesen Gottes um. Denn das Nichts ist nunmehr vollständig in eine gegenständliche Binarität eines dadurch lebensfähigen Seins eingefügt. Wenn die Zeit als tödliche Vergänglichkeit allen Seins als böser Satan zu charakterisieren ist, so wird im umgekehrten Fall die Ewigkeit bzw. Zeiterfülltheit als lebendige Unvergänglichkeit zu erkennen sein. Bei diesen doch sehr abstrakten Sachverhalten ist es erstaunlich, mit welch treffender Symbolik die Visionen des Sehers Johannes erfolgt waren. Insbesondere der nachstehende Vers ist an trefflicher Symbolik für einen ohne Vorkenntnisse nicht zu verstehenden abstrakten Sachverhalt unüberbietbar.

Offb 17,8 Das Tier, welches du gesehen hast, war und ist nicht mehr, und es wird aus dem Abgrund heraufkommen und ins Verderben laufen; und die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben sind im Buche des Lebens von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, dass es war und nicht ist und da sein wird.

Das Tier steht hier für das Nichts und seine Erschaffung mittels Urknall und Evolution bzw. der zeitlichen Dauer solchen Schöpfungskreises. Mit der Abgelaufenheit der Zeit am Ende des Schöpfungskreises ist das Nichts zugleich vollständig hergestellt, sowie als Nichts gegenteilig zum Sein dadurch außerhalb des Seins gestellt. Weil sich aber in einem Kreis die Enden schneiden, fallen Anfang und Ende des Schöpfungskreises zu einer überzeitlichen Schnittstelle in eins. Diese gemeinsame Schnittstelle ist der visionäre Abgrund, wo das geschaffene Nichts mit der uranfänglich ungegenständlich und unbeweglich machenden Allumfassung des Seins zu einem Quasi-Nichts, deckungsgleich wird, und in dieser tödlichen Selbstbedrohung des Seins als Satan geschöpft und durch eben die identische Urscheidung per Urknall und Evolution eines zeitlichen Schöpfungskreises sowohl geschaffen als auch zugleich erledigt wird. Mit seiner uranfänglichen Erkennung und Abweisung läuft so das nichtig satanische Tier in sein Verderben. Sind sowohl Anfang als auch Ende des Schöpfungskreises durch einen zweimaligen aber identischen Kreislauf rückgekoppelt, ist der zeitliche Vollzug endgültig am Ende, und die zeiterfüllte Vollzogenheit tritt endlich an dessen Stelle. Das Nichts hatte in der Zeit eine auf die Länge des Schöpfungskreises befristete Existenz. Von daher war es also bei Zeitende, und ist dann nicht mehr, obwohl es eingebunden in die Binarität gegenständlichen Seins dadurch eben z.B. als leerer Raum sowohl zwischen den winzigen Atomen der Materie als auch zwischen den riesigen Galaxien im Kosmos unübersehbar die universale Welt seingemäßen Daseins mitbildend da ist. 

 

 

 
 

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